Wie ich meine Pinterest-Impressionen gesteigert habe

von | 15. Apr. 26 | Pinterest | 0 Kommentare

Pinterest Board Beschreibungen optimieren war rückblickend genau der Hebel, der bei meinen Impressionen den Unterschied gemacht hat. Es war ein ganz normaler Montagnachmittag, Mitte März. Ich hatte gerade meinen Kaffee geholt und wollte kurz in meine Pinterest Analytics schauen, so wie ich es regelmäßig tue, ohne große Erwartungen. Du kennst das vielleicht: Du öffnest das Dashboard, überfliegst die Zahlen kurz, nickt so für sich und schließt das Fenster wieder. Nicht weil du frustriert ist. Sondern weil sich seit Wochen, manchmal Monaten, nicht wirklich viel verändert hat.

An diesem Montag war das anders. Statt der gewohnten Zahlen im unteren vierstelligen Bereich leuchtete mir eine völlig andere Zahl entgegen: 7.300 Impressionen. Plus 171 Prozent. Ich habe zweimal hingeguckt, weil ich es einfach nicht geglaubt habe. Und dann habe ich nachgedacht, was ich in den letzten Wochen eigentlich gemacht hatte. Keine neuen Pins erstellt. Keine neue Strategie entwickelt. Kein Kurs gebucht, kein Tool ausprobiert. Ich hatte „nur“ meine Board-Beschreibungen überarbeitet.

Das klingt fast zu simpel, ich weiß. Und genau deshalb schreibe ich diesen Artikel.

Die Zeit des Dümpelns – und warum sie länger dauerte als nötig

Pinterest braucht Zeit. Das weiß ich, und das sage ich auch meinen Kundinnen immer wieder. Trotzdem gibt es einen Punkt, an dem die Geduld in ein leises, aber hartnäckiges Unbehagen kippt. Bei mir war das nach mehreren Monaten, in denen sich meine Impressionen brav zwischen 1.700 und 2.700 Aufrufen pendelten. Manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger, aber grundsätzlich immer in diesem engen Korridor. Ich hatte mein Konto aufgebaut, regelmäßig gepinnt, Keyword-Recherche betrieben und Beschreibungen für meine Pins geschrieben. Ich hatte das Gefühl, alles richtig zu machen – und trotzdem bewegte sich kaum etwas.

Das Frustrierende daran war nicht die Zahl an sich. Sondern dieses leise Gefühl, irgendwo einen Fehler zu machen, den ich einfach nicht sehen konnte. Wer sich schon länger mit Pinterest beschäftigt, kennt dieses Gefühl vermutlich. Man optimiert die Pin-Bilder, überarbeitet Titelzeilen, liest Artikel über den Algorithmus – und am Ende sind die Zahlen trotzdem kaum höher. Für mich als Pinterest-Strategin war das doppelt unangenehm: Ich empfehle Pinterest als nachhaltige Sichtbarkeitsstrategie und sollte eigentlich genau wissen, was zu tun ist. Und doch saß ich selbst fest.

Was mich letztlich vorwärtsbrachte, war keine große Erleuchtung und kein neues Wissen. Es war ein eher beiläufiger Gedanke: Ich hatte meinen Pins viel Aufmerksamkeit geschenkt. Aber meinen Boards? Eigentlich kaum.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Board-Beschreibungen sind mehr als nur Ordnungshilfe: Sie geben Pinterest wichtige Kontextsignale, damit der Algorithmus deine Inhalte besser einordnen kann.
  • Nicht nur Pins optimieren: Auch gut gestaltete Pins verschenken Potenzial, wenn die zugehörigen Boards keine klaren, suchbaren Beschreibungen haben.
  • Kleine Änderung, große Wirkung: Schon die Überarbeitung bestehender Board-Beschreibungen kann spürbar mehr Impressionen, Klicks und Reichweite bringen.
  • Wichtige SEO-Regel für Boards:Der Board-Name und konkrete Suchbegriffe sollten direkt in der Beschreibung vorkommen, damit Pinterest das Thema besser versteht.
  • Mehr Sichtbarkeit braucht nicht immer mehr Aufwand:Manchmal liegt der Hebel nicht in neuen Pins, sondern darin, vorhandene Inhalte klarer und strategischer zu strukturieren.

Boards: das stille Fundament, das ich vernachlässigt hatte

Auf Pinterest dreht sich gefühlt alles um Pins. Die richtigen Bilder, die passenden Titel, die Keywords in der Beschreibung. Das ist alles wichtig – keine Frage. Aber Boards sind nicht einfach nur Ordner, in die man seine Pins sortiert. Für Pinterest sind sie ein entscheidender Kontextsignal. Sie helfen dem Algorithmus zu verstehen, worum es auf deinem Konto geht und welche Inhalte du wo ansiedelst. Wenn deine Board-Beschreibungen dünn oder gar nicht vorhanden sind, schaut Pinterest auf leere Regale. Die Pins darin können noch so gut optimiert sein – ohne klaren Kontext ist es für den Algorithmus schwerer, sie den richtigen Nutzerinnen zu zeigen.

Ich will das kurz konkret machen, weil es sonst zu abstrakt bleibt. Pinterest ist eine Suchmaschine. Nutzerinnen geben Suchbegriffe ein, und Pinterest entscheidet dann, welche Inhalte es ihnen zeigt. Für diese Entscheidung wertet Pinterest nicht nur den einzelnen Pin aus, sondern auch das Board, in dem er steckt. Das heißt: Wenn dein Board keine aussagekräftige Beschreibung hat, fehlt Pinterest ein wichtiges Puzzlestück. Und das spiegelt sich direkt in deinen Impressionen wider.

Dass Pinterest Inhalte nicht isoliert betrachtet, sondern im thematischen Zusammenhang, zeigen auch die offiziellen Pinterest Grundlagen .

Das Seltsame daran ist, dass dieser Zusammenhang zwar bekannt ist, aber in der Praxis kaum Beachtung bekommt. Ich sehe das auch bei Kundinnen immer wieder: Die Pins sind liebevoll gestaltet und sorgfältig beschrieben, aber die Boards haben entweder keine Beschreibung oder eine, die vor Jahren einmal hastig eingetippt wurde und seitdem unverändert geblieben ist.

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Pin: Eine Frau überarbeitet Pinterest Boards, um mit besseren Beschreibungen mehr Impressionen zu erzielen.

Was ich konkret geändert habe und wie das aussah

Ich habe mir an einem Nachmittag alle meine Boards vorgenommen und die Beschreibungen systematisch überarbeitet. Kein Hexenwerk, aber auch nicht in zehn Minuten erledigt. Ich bin durch jedes Board gegangen, habe mir überlegt, welche Suchbegriffe meine Zielgruppe tatsächlich eingibt, wenn sie nach diesem Thema sucht, und habe die Beschreibungen dann entsprechend umgeschrieben. In meinen Artikel Pinterest Keyword-Recherche und SEO findest du weitere Informationen. Dabei habe ich auf ein paar Dinge geachtet, die ich dir gleich zeigen möchte.

Am besten erkläre ich es an einem konkreten Beispiel. Eines meiner Boards heißt „Pinterest für Anfänger“. So sah die Beschreibung vorher aus:

„Du startest gerade mit Pinterest? Hier erfährst du, was du für den Start auf Pinterest wissen musst. Du findest Tipps zu den Themen Profil erstellen, Pin-Erstellung, Website-Verifizierung und SEO-Optimierung.“

Das klingt nett, ist freundlich formuliert und informiert grob darüber, was im Board steckt. Nur: Aus Sicht einer Suchmaschine ist diese Beschreibung ziemlich dünn. „SEO-Optimierung“ ist ein generischer Begriff, der auf hundert verschiedene Themen zutreffen kann. Die Beschreibung beginnt mit einer Frage, die zwar sympathisch wirkt, aber dem Algorithmus nichts Konkretes gibt. Und der Name des Boards taucht nirgendwo in der Beschreibung auf – ein verschenktes Signal.

Nach der Überarbeitung sah die Beschreibung so aus:

„Pinterest für Anfänger: Hier lernst du die Grundlagen von Pinterest Schritt für Schritt. Du findest einfache Tipps zu Profil, Pins, Pinnwänden, Keywords, Website-Verifizierung und Pinterest SEO, damit du von Anfang an mit Klarheit startest.“

Der Unterschied klingt kleiner, als er ist. Die Beschreibung beginnt jetzt direkt mit dem Board-Namen – das ist das erste Keyword, das Pinterest liest. Statt „SEO-Optimierung“ steht da nun „Pinterest SEO“, was der tatsächliche Suchbegriff ist, den Nutzerinnen eingeben. „Pinnwänden“ und „Keywords“ sind ebenfalls konkretere Begriffe als vorher. Und der letzte Satz – „damit du von Anfang an mit Klarheit startest“ – ist kein Marketing-Zusatz, sondern spricht direkt das an, was meine Zielgruppe sucht: keine Überforderung, sondern Orientierung.

Das habe ich für alle meine Boards so durchgezogen. Bei manchen war der Unterschied zwischen alter und neuer Beschreibung noch größer, weil manche Boards vorher so gut wie gar keine Beschreibung hatten. Ein paar hatte ich vor Jahren angelegt, als ich noch kaum wusste, wie Pinterest-SEO wirklich funktioniert. Die Beschreibungen dort waren entweder leer oder bestanden aus einem einzigen allgemeinen Satz. Die habe ich komplett neu geschrieben. Was mich dabei überrascht hat: Der gesamte Prozess hat vielleicht zwei bis drei Stunden gedauert. Kein neuer Content, kein großes Projekt, keine Investition in Tools. Nur eine ruhige Überarbeitung von etwas, das schon da war.

Was danach passierte in Zahlen und in Gefühlen

Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass sich so schnell etwas verändern würde. Pinterest-Optimierungen brauchen meistens ein paar Wochen, bis sie sich in den Zahlen zeigen. Deshalb hatte ich nach der Überarbeitung erstmal nicht täglich in die Analytics geschaut. Etwa zwei Wochen später dann der Moment, den ich zu Beginn beschrieben habe.

Die Impressionen stiegen um 165 Prozent. Die ausgehenden Klicks auf meine Website legten um 150 Prozent zu. Die Gesamtzielgruppe wuchs um 94 Prozent. Und die interagierende Zielgruppe – also Menschen, die aktiv mit meinen Inhalten in Berührung kamen – stieg um 47 Prozent. Das sind keine Zahlen, die ich mir ausgedacht oder hochgerechnet habe. Das ist der tatsächliche Screenshot aus meinem Pinterest-Analytics-Dashboard, den du dir oben in diesem Artikel ansehen kannst.

Was mich daran am meisten beeindruckt, ist nicht die Prozentzahl an sich. Es ist der Gedanke, was diese Zahlen bedeuten: Mehr Menschen entdecken meine Inhalte. Mehr Menschen klicken auf meine Website. Und das, ohne dass ich in diesen zwei Wochen auch nur einen neuen Pin erstellt hätte. Ich teile das nicht, um zu zeigen, dass ich alles richtig mache. Ich teile es, weil ich es selbst kaum glauben konnte – und weil ich vermute, dass auf vielen Pinterest-Konten genau dieses Potenzial ungenutzt schlummert.

Performance meines Pinterest Profils
Die Steigerungen nach der Anpassung

Was das für dein Pinterest-Konto bedeuten könnte

Bevor du jetzt in dein Pinterest-Konto gehst und alle Boards auf einmal überarbeitest, möchte ich kurz innehalten mit dir. Nicht weil Eile grundsätzlich falsch ist, sondern weil es sich lohnt, das mit ein bisschen Ruhe anzugehen.

Schau dir zunächst an, wie deine Board-Beschreibungen aktuell aussehen. Hast du Boards ohne Beschreibung? Boards, deren Text vor zwei oder drei Jahren eingetippt wurde und seitdem unverändert ist? Boards, bei denen eine Beschreibung zwar existiert, aber kaum konkrete Suchbegriffe enthält? Das sind die Boards, bei denen eine Überarbeitung vermutlich am meisten bringt.

Wenn du anfängst, eine Beschreibung neu zu schreiben, lohnt es sich, den Board-Namen am Anfang der Beschreibung zu wiederholen. Das klingt vielleicht merkwürdig, wenn man es zum ersten Mal hört – aber es ist eines der einfachsten Signale, die du an Pinterest senden kannst. Dann überleg dir: Wonach suchen die Menschen, die ich mit diesem Board ansprechen möchte? Nicht das, was du intern dein Thema nennst, sondern die Begriffe, die sie wirklich eintippen würden. Diese Begriffe gehören in die Beschreibung, konkret und ohne Umschweife.

Was die Länge angeht: Du musst keine seitenlangen Texte verfassen. Eine gute Board-Beschreibung ist klar, enthält die relevanten Suchbegriffe und macht deutlich, welchen Nutzen das Board für die Leserin hat – mehr braucht es nicht. Zwei bis vier Sätze sind in aller Regel völlig ausreichend.

Noch etwas, das ich wichtig finde: Was ich hier beschreibe, ist keine Wunderwaffe und kein Garant für sofortige Ergebnisse. Pinterest bleibt ein Kanal, der Geduld braucht und langfristig gedacht werden will. Aber was diese Erfahrung zeigt, ist, dass es manchmal gar nicht um mehr Aufwand geht. Manchmal geht es darum, das, was schon da ist, mit mehr Sorgfalt auszustatten – und Pinterest dann die Möglichkeit zu geben, deine Inhalte dorthin zu tragen, wo sie hingehören.

Manchmal braucht es nicht mehr

Was mich diese Erfahrung am meisten gelehrt hat, ist etwas, das ich eigentlich schon wusste, aber an mir selbst noch einmal neu erlebt habe. Sichtbarkeit entsteht nicht immer durch mehr. Mehr Pins, mehr Plattformen, mehr Aufwand. Manchmal entsteht sie dadurch, dass du das, was du schon hast, richtig in Szene setzt.

Meine Boards existierten schon lange. Die Pins darin auch. Die Inhalte auf meiner Website auch. Was fehlte, war ein klares Signal an Pinterest: Hier, schau genau hin, das ist das Thema – das gehört zu diesen Menschen da draußen, die genau danach suchen. Dieses Signal habe ich mit meinen überarbeiteten Board-Beschreibungen gegeben. Und Pinterest hat es aufgegriffen.

Wenn du gerade das Gefühl hast, auf Pinterest zu machen und zu tun, aber die Zahlen wollen einfach nicht so recht in Bewegung kommen, dann wäre mein erster Tipp: Schau dir deine Boards an, bevor du etwas Neues aufbaust. Manchmal liegt die Lösung nicht im nächsten Schritt, sondern in einem sehr ruhigen zweiten Blick auf das, was schon da ist.

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